Das erste Mal
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Illustration by Patsy
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Eines der Themen, zu denen ich die meisten Fragen erhalte, ist Jungfräulichkeit. Junge Männer und Frauen möchten gern wissen, was sie erwartet, wenn sie zum ersten Mal Geschlechtsverkehr haben. Wenn man bedenkt, welchen großen sozialen Einfluss dieses Ereignis im Leben eines Menschen hat, ist es erstaunlich, wie wenig sachliche Informationen zu diesem Thema erhältlich sind. Die Informationen, die man findet, sind oft ungenau und schädlich für die jungen Erwachsenen.

Wer ist eine Jungfrau?

Im allgemeinen bezeichnet man als Jungfrau ein Mädchen oder eine Frau, die noch niemals den Penis eines Mannes in ihre Scheide hinein gelassen hat. Andere wiederum definieren eine Jungfrau als ein Mädchen bzw. eine Frau, die noch nie sexuellen Kontakt mit einer anderen Person hatte und die ihren Körper auch selbst noch nicht erforscht hat. Die streng religiöse Lehre erfordert von einer Jungfrau nicht nur den Verzicht auf körperlichen Sex sondern auch den Verzicht auf sexuelle Gedanken. Wieder andere sagen, eine Jungfrau ist ein Mädchen oder eine Frau, die noch ein intaktes Jungfernhäutchen (lat. Hymen) hat. Wie man sieht, hängt die Definition einer Jungrau von dem persönlichen Standpunkt ab.

Bei jeder Definition gibt es immer Ausnahmen, auch was eine Jungfrau ausmacht. Die oben angeführten Definitionen berücksichtigen weder Homosexuelle noch Hermaphroditen (Menschen, die beide Geschlechter in sich vereinen). Ab welchem Moment ist eine Lesbierin keine Jungfrau mehr? Wenn ein zweigeschlechtlicher Mensch ohne Scheide eine weibliche Identität annimmt, wird sie dann ewig Jungfrau sein? Falls ein Mädchen ohne Jungfernhäutchen geboren wird, ist sie dann niemals Jungfrau? Was ist mit sexuell misshandelten Mädchen und vergewaltigten Teenagern? Wenn Du nicht mit dem Geschlechtsverkehr einverstanden warst, ist es dann dasselbe als wenn Du zugestimmt hast? Wenn ein zweigeschlechtlicher Teenager eine „technische Jungfrau" ist, kann dann eine Person, die sexuelle Kontakte und oralen Sex, aber keinen vaginalen Geschlechtsverkehr hatte, noch Jungfrau sein, auch wenn sie zwanzig Sexualpartner gehabt hat? Jungfräulichkeit ist eine seelische Eigenschaft, keine physische. Eine Jungfrau und Jungfräulichkeit ist das, was Du dafür hältst.

Wenn aber Jungfräulichkeit eine geistige Eigenschaft ist, dann kann eine Frau mehr als einmal in ihrem Leben eine Jungfrau sein, so seltsam das klingen mag. Das beste Beispiel hierfür ist eine junge Teenagerin, die Geschlechtsverkehr haben wollte, aber dann gemerkt hat, dass sie dafür noch nicht wirklich bereit dazu war. Es war vielleicht nicht so erfreulich, wie sie es sich vorgestellt hatte oder es war schlicht ein Fehler und deshalb hatte sie in den folgenden Jahren nie wieder Geschlechtsverkehr. Im Laufe der Zeit kann ihre Abneigung gegen den Geschlechtsverkehr wieder zunehmen, eventuell sogar größer als jemals zuvor werden, weil sie immer mehr erwartet. Von dem gefühlsmäßigen Standpunkt her ist sie eine Jungfrau, mit den selben Erwartungen und Befürchtungen.

Fortpflanzung und Sex trennen

Die westliche Gesellschaft hat ein Vorurteil gegenüber dem Geschlechtsverkehr, welches unserer Gesellschaft nicht länger nutzt, besonders nicht der weiblichen Sexualität. Geschlechtsverkehr ist hervorragend geeignet zur Arterhaltung, um Babies zu bekommen, aber es nutzt nur bedingt einer Frau, die sexuelle Lust und Erfüllung sucht. Dies liegt daran, das alle anderen Formen der Sexualität und sexueller Handlungen als etwas anderes angesehen werden als Sex, es ist kein „richtiger, echter" Sex. Wenn aber alles außer dem Geschlechtsverkehr nicht „echt" ist, kann es auch nicht existieren. Dank dieser Definition von Sex wird der weiblichen sexuellen Lust fast die Existenz abgesprochen. Die Rolle, die die Klitoris bei der weiblichen Lust spielt, wird nicht ernst genommen; das ist etwa so als ob man den Penis bei der männlichen Lust ignorieren würde. Sex ist und muss mehr als nur Geschlechtsverkehr zwischen Penis und Scheide bedeuten, wenn Frauen davon etwas haben sollen.

Ein anderes Problem mit dem Vorurteil des Geschlechtsverkehr sind die ungewollten Schwangerschaften und die Kinder, die daraus hervorgehen. Wir als Gesellschaft sehen die Fortpflanzung nicht mehr als so vorteilhaft an wie früher und dennoch legen wir soviel Wert auf eine Handlung, deren primäre und entwicklungsgeschichtliche Bedeutung die Empfängnis ist. Wir ignorieren die Tatsache, dass keine Methode der Empfängnisverhütung 100 % sicher ist, viele Verhütungsmethoden zeigen unerwünschte Nebeneffekte, und dass Abtreibung, so sie dann überhaupt möglich ist, nicht umsonst zu haben ist und wir diejenigen Teenager, die Babies bekommen, gesellschaftlich ächten. Zudem wird eine „moderne Frau" als Geschäftsfrau, nicht als Mutter definiert, ob das nun richtig ist oder nicht.

Obwohl viele sich bemüht haben, weibliche Sexualität von Fortpflanzung zu trennen, haben sie versucht, den Frauen die Möglichkeit zur Fortpflanzung zu nehmen statt Fortpflanzung von Sex zu trennen. Wenn wir den Frauen die Möglichkeit bieten wollen, keine Babies mehr bekommen zu müssen, müssen wir einen Weg finden, dass sie nicht eine Handlung mit machen müssen, die Empfängnis zur zwangläufigen Folge hat. Falls eine Frau nicht schwanger werden möchte, sollte ihre erste Wahl sein, keinen Geschlechtsverkehr zu haben und nicht auf unzuverlässige Möglichkeiten der Empfängnisverhütung vertrauen zu müssen, die für sie vielleicht nicht bezahlbar, nicht erhältlich oder gesundheitsschädlich sind. Eine Frau sollte nicht auf sexuelle Lust verzichten oder ihre Gesundheit gefährden müssen, nur weil sie nicht schwanger werden möchte.

Eine Lesbierin sagte mir einmal etwas, dass das Thema Frauen und Geschlechtsverkehr gut zusammenfasst. Einer der Gründe, warum sie lesbisch sein als vorteilhaft ansieht, ist, dass sie entscheiden kann, ob sie etwas in ihre Scheide eingeführt haben möchte oder nicht, denn von ihr wird es nicht verlangt, eher im Gegenteil. Wäre sie heterosexuell, hätte sie diese Wahl nicht. Die Idee, dass nur weil Du als Frau mit einem männlichen Partner zusammen bist, Du verpflichtet bist, seinem Penis in Deine Scheide zu lassen ist eigentlich lächerlich. Sicherlich ist es für Frauen kein Vorteil und damit letztendlich auch nicht vorteilhaft für Männer.

Sexuelle Entwicklung

Das gegenwärtige Muster für weibliche Sexualität gibt vor, dass eine junge Frau nur ihre Beine breit machen muss, um als sexuell aktiv zu gelten. Wenn gleich dies eine grob verallgemeinerte Aussage ist, zeigt es doch klar unser Konzept der weiblichen Sexualität. Wir erwarten, dass die junge Frau ihre gesamte sexuelle Lust vom Penis des Partners empfängt. Folglich muss sie auch nichts tun, um sich auf den Sex mit einem Partner oder den Geschlechtsverkehr vorzubereiten. Der Gesellschaft ist es lieber, dass sie nichts tut. Sex ist aber ein lebenslanger Lernprozess, zu dem mehr gehört als drei Minuten Geschlechtsverkehr.

Wenn eine Frau eine Erwachsene mit einem gesunden Sexualleben werden will, muss sie zuerst ein Kind mit einem normalen Sexualleben gewesen sein. Der Entwicklungsprozess für den „Erwachsenensex" setzt voraus, dass man sexuell aktiv ist und zuvor als Kind sexuelle Erfahrungen gehabt hat. Die erste sexuelle Handlung, die ein Mädchen normalerweise vor nimmt, ist das Untersuchen ihres eigenen Körpers. Im Zuge dieses Betastens entdeckt sie ihre Scheide und andere berührungsempfindliche Teile ihres Körpers. Die nicht nur auf ihre eigenen Berührungen reagieren sondern auch auf die der Eltern oder der sie versorgenden Person, wenn sie gebadet wird usw. Und weil sich das Berühren so angenehm anfühlt, wiederholt sie es vielleicht öfter. Dies kann bis zu einem Orgasmus führen und tut es auch tatsächlich. Man hat Mädchen im Alter von drei Monaten dabei beobachtet, dass sie bis zum Orgasmus masturbierten.

Das Mädchen wird älter, gewinnt an Beweglichkeit und erweitert ihren Forschungsspielraum. So entdeckt sie andere Kinder. Wenn sie die anderen Kinder untersucht, betastete sie auch deren Geschlechtsorgane und die anderen ihre. Und da sie ja weiß, dass das Berühren ihrer eigenen Geschlechtsorgane ein so schönes Gefühl vermittelt, ermutigt sie vielleicht andere es ihr nach zu machen. Aus reiner Neugierde heraus kann es früher oder später auch zu oraler sexueller Stimulation kommen. Wie alle Eltern wissen, stecken kleine Kinder alles in ihren Mund. Was ein Mädchen nicht selbst herausfindet, lernt sie von ihren Spielkameraden.

Die sexuelle Entwicklung und die Sexualität selber finden in den ersten Lebensjahres eines Mädchens statt. Wenn später dann die Pubertät beginnt, ist sie schon jahrelang sexuell aktiv gewesen. Vor Einsetzen der Pubertät war der Penis ihres männlichen Spielgefährten zu klein, um richtig tief in ihre Scheide eindringen zu können. Dies schützt ihre unterentwickelten Fortpflanzungsorgane vor Verletzungen, wenn ihre Partner bei den sexuellen Spielen Jungen sind. Außerdem, da ihr Körper zur Fortpflanzung noch nicht genügend gereift ist, wird sie von älteren Männern nicht als möglicher Sexualpartner wahrgenommen.

Wir können uns darüber streiten, wann diese sexuelle Entwicklung statt finden mag, unbestritten und wichtig hingegen ist, dass sie statt findet und zwar in der oben beschriebenen Abfolge. Genau wie für das Laufen lernen zuerst das Krabbeln und dann das Gehen erlernt werden muss, ist Sex auch ein Lernprozess mit mehreren Phasen. Bei Sex handelt es sich nicht um einen Instinkt oder eine natürliche Fähigkeit, die uns angeboren ist. Jemand, der ohne vorherige sexuelle Erfahrungen den Geschlechtsverkehr vollzieht, ist vergleichbar mit jemandem, der mit seinem Auto auf der Autobahn während des Berufsverkehrs fährt, ohne jemals zuvor Auto gefahren zu sein. Sagen wir mal, da könnte eine Menge unangenehmer Unfälle passieren.

Wesentliche sexuelle Fähigkeiten

Bevor eine junge Frau sich überlegt vaginalen Geschlechtsverkehr zu haben, sollte sie bereits folgendes Wissen besitzen und diese sexuellen Fähigkeiten entwickelt haben.

Wann sollte eine junge Frau mit dem Partnersex beginnen?

Welches Alter sollte ein Mädchen oder eine junge Frau erreicht haben, bevor sie Partnersex ausprobiert? Die soziale Moraleinstellung der Familie, der Gemeinschaft und der Gesellschaft zu der ein jedes Mädchen gehört, bestimmen, wann es ihr sexuelle Aktivitäten erlaubt werden. Die westliche Gesellschaft gestattet es Mädchen nicht, ab der Geburt sexuell aktiv zu sein. Zwei Faktoren, die Pubertät und der Druck des Freundeskreises, bestimmen normalerweise, ab welchem Alter Mädchen sexuell aktiv werden. Ob die Freundinnen eines Mädchens selber sexuell aktiv sind oder nicht, spielt eine größere Rolle als die Pubertät. Je jünger ein Mädchen in die Pubertät kommt, desto jünger ist sie in der Regel auch, wenn sie sexuell aktiv wird. Ihre sekundären sexuellen Geschlechtsorgane, die Brüste, erregen die Aufmerksamkeit der älteren Jungen und vielleicht wird sie auch irgendwann ihren erwachenden Sexualtrieb nicht länger ignorieren können. Sie ist oftmals weniger abgeneigt Geschlechtsverkehr zu haben als ältere Mädchen.

Grundsätzlich gilt: je länger eine junge Frau mit dem Partnersex wartet, desto besser für sie. Unsere Gesellschaft bereitet sie nicht richtig darauf vor, aus diesem Grunde sollte sie mit dem Partnersex abwarten, nicht, weil das Warten natürlich wäre. Wir unterbrechen oder unterbinden die sexuelle Entwicklung unserer Mädchen nach der Geburt und versuchen es auf später zu verschieben, wenn sie wenigstens achtzehn Jahre alt und verheiratet sind. Am liebsten hätten wir sie dann in ihrer Hochzeitsnacht schlagartig voll sexuell aktiv. Wenn ein Mädchen Interesse an Partnersex zeigt, dann steigt der Druck auf sie, auch gleich Geschlechtsverkehr zu haben. Auch wenn sie sich erst anderen sexuellen Handlungen zuwendet, erfolgt der Geschlechtsverkehr immer noch viel zu früh. Im Verlauf einer normalen sexuellen Entwicklung hätte sie schon zehn bis fünfzehn Jahre sexueller Aktivitäten hinter sich vor dem ersten Geschlechtsverkehr. In unserer Gesellschaft beträgt diese Zeitspanne zwischen ein paar Minuten bis höchstens einige Jahre.

Frauen, die sehr früh sexuell aktiv worden sind, wünschen sich später, dass sie damit noch etwas gewartet hätten, selbst wenn sie mit dem ersten Mal eine angenehme Erinnerung verbinden. Die meisten dieser Frauen meinen rückblickend, dass sie eigentlich noch nicht reif genug für diese Art der sexuellen Erfahrung waren. Der Grund hierfür ist, dass sie noch nicht genug über Sexualität wussten und es deshalb nicht so schön für sie war, wie es hätte sein können. Eigentlich waren ihre sexuellen Grundfähigkeiten noch unterentwickelt und bleiben es die nächsten fünf, zehn oder sogar zwanzig Jahre, gerechnet ab dem ersten Geschlechtsverkehr. Wahrscheinlich haben sie nicht gelernt, sich selbst zu befriedigen und nur mal mit gegenseitiger Masturbation und oralem Sex herumprobiert. Sie haben diese Grundfähigkeiten nicht richtig „erlernt", weil es ihnen nicht bewusst war, wie wichtig sie sind. Auch wenn sie Sex rein gefühlsmäßig als schön erlebten, so kam es oftmals nicht zu einem Orgasmus. Sie wunderten sich „ Ist das alles?" Das erwartete Feuerwerk der Lust blieb aus.

Ich wünschte, ich könnte jeder jungen Frau, die dies liest, genau sagen, wann für sie der richtige Zeitpunkt für Partnersex ist, aber das kann ich nicht. Das kommt auf die individuelle Situation einer jeden Einzelnen an. Wenn Deine Eltern Dir als Kind sexuelle Handlungen zugestanden haben, bist du vielleicht schon lange sexuell aktiv, bevor Du dies hier lesen kannst. Wenn Du aber in einer Familie oder Gemeinschaft aufgewachsen bist, die jungen Frauen keine sexuellen Handlungen erlaubt, dann können die sozialen Folgen Deiner einsetzenden Sexualität, egal wie sehr Du es Dir wünschst, Dir mehr schaden als nützen. Manchmal kann es sein, dass, auch wenn Sex nicht falsch ist, er auch nicht richtig ist.

Jede Frau muss für sich den richtigen Zeitpunkt selbst bestimmen, ohne nur auf sich zu schauen. Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob Du schon dazu bereit bist, dann bist Du auch noch nicht bereit und solltest noch warten. Es schadet sicherlich keiner jungen Frau mit dem Partnersex zu warten bis sie Anfang Zwanzig ist. Im Gegenteil, in Anbetracht der möglichen Krankheiten, die durch Sex übertragen werden können, man denke nur an AIDS, ist es für eine Frau vorteilhaft zu warten. Ich sage nicht, Teenagerinnen sollten keinen Sex mit ihrem Partner haben, sondern dass es klüger sein kann, mit dem Geschlechtsverkehr noch zu warten. Jedes Mädchen muss diese Entscheidung selbst treffen.

Gründe, warum ein junge Frau keinen Partnersex ausprobieren sollte

Es gibt klare Situationen, wann eine junge Frau nicht sexuell aktiv werden sollte. Es existiert überhaupt kein Grund, warum sie das Gefühl haben sollte, sie sei zum Sex verpflichtet. Wenn sie dies meint, ist sie in einer schrecklichen Situation. Wenn jemand Dir einzureden versucht, dass Du es tun „solltest" oder „musst", genau dann solltest Du es nicht tun. Es gibt einfach keinen zwingenden Grund Sex zu haben, Punkt. Du solltest nur dann mit Sex beginnen, wenn Du es wirklich willst, wenn Du Lust hast es auszuprobieren und wenn Du sexuelle Freude geben und empfangen möchtest. Tu es nicht aus falsch verstandener „Liebe" heraus oder weil jeder es macht oder weil es „erwachsen" ist. Wenn Du das Gefühl hast, aus einer Situation nicht herauskommen zu können, ohne Sex zu haben, dann solltest Du versuchen zu flüchten.

Falls der Partner einer jungen Frau sie wirklich mag, etwas für sie empfindet und sie liebt, dann wird er sie niemals zum Sex überreden wollen. Liebe ist wirklich der letzte Grund für Sex. Wenn dein Partner Dich so richtig von Herzen liebt, dann wird er nicht von Dir verlangen sexuell aktiv zu werden, bevor Du dazu bereit bist. Wenn Du Dich in der Situation nicht vollkommen wohl fühlst, so ist es nicht richtig und Du solltest versuchen, daraus zu kommen. Mädchen in einer solchen Situation brauchen jemanden, der ihnen emotionale Unterstützung geben kann. Fehlt diese Person, ist es wahrscheinlich, dass sie Sex haben wird, auch wenn ihr völlig klar ist, dass Sex eigentlich nicht sollte. Eltern und Vertraute sind zu diesem Zeitpunkt sehr wichtig für eine junge Frau.

Wann ist eine junge Frau bereit für den Geschlechtsverkehr?

Falls eine junge Frau sich zu vaginalem Geschlechtsverkehr entschließt, wann ist dann der richtige Zeitpunkt oder das richtige Alter es zu probieren? Wenn man der oben beschrieben Entwicklung folgt, würde sie während der Phase der Pubertät mit dem vaginalen Geschlechtsverkehr beginnen, da dann ihre sekundären Sexualorgane und Pheromone (Geruchsstoffe) auf ältere Jungen anziehend wirken. Da sie ja schon seit einigen Jahren sexuell aktiv war, wäre sie körperlich und geistig auch darauf vorbereitet. Mal abgesehen davon, dass dies in unserer Gesellschaft strafrechtlich verfolgt werden würde, würde es auch zu einer Menge sehr jungen Schwangeren führen und somit die Sterblichkeitsrate von Müttern und Kindern steigern. Bei vielen Mädchen beginnt die erste Monatsblutung schon in Alter von zehn Jahren, ihr Körper und besonders ihr Geist sind aber gar nicht reif für eine Schwangerschaft. Geschlechtsverkehr zu haben, weil der Sexualtrieb erwacht ist, ist keine gute Idee. Auch wenn man klar sagen muss, dass Teenagerinnen durchaus schon einen sehr starken Sexualtrieb haben können, der nur schwer zu ignorieren ist. Wir scherzen oft über die männlichen Teenager als „wandelnde Hormonfabriken", und vergessen, dass die weiblichen Teenager sich in dergleichen Situation befinden. Eine junge Frau ist dann für den vaginalen Geschlechtsverkehr bereit, wenn sie ihre sexuellen Grundfähigkeiten beherrscht und weiß, dass sie dazu bereit ist und keinen Moment früher.

Bist Du bereit für die Elternschaft?

Jeder, der Geschlechtsverkehr haben möchte, sollte sich zuerst fragen, ob sie oder er mit ihrem Partner Kinder haben möchten. Dies gilt für alle Frauen und Männer im fortpflanzungsfähigen Alter. Schwanger zu werden ist KEIN „Wunder" für die meisten Teenagerinnen und Frauen. Die meisten Teennagerinnen und Frauen sind SEHR fruchtbar und können leicht schwanger werden. Sobald eine Teenagerin mit ihren monatlichen Blutungen begonnen hat, kann sie schwanger werden und wird es auch wahrscheinlich werden, wenn sie Samenflüssigkeit (Sperma) in Kontakt mit ihrem Schambereich oder ihrer Scheide kommen lässt und sie nicht verhütet. Es gibt viele Frauen und Teenagerinnen, die vom ersten Geschlechtsverkehr schwanger geworden sind und es sind auch seltene Fälle bekannt, wo Mädchen auch ohne Geschlechtsverkehr schwanger wurden. Sogar, wenn die Methoden der Empfängnisverhütung richtig angewendet werden, was jemandem ohne Erfahrung schwer fallen wird, besteht trotzdem die Möglichkeit schwanger zu werden. Keine Empfängnisverhütung ist zu 100 Prozent sicher! Wenn Du Dir sicher bist, dass Du noch kein Baby haben möchtest und ein Kind Dein Leben nachteilig beeinflussen würde, solltest Du Dir sehr gut überlegen, ob Du wirklich mit Deinem Partner Geschlechtsverkehr haben willst. Im Allgemeinen ist eine Schwangerschaft für Schülerinnen und Studentinnen nicht wünschenswert. Wenn Du kein Kind haben möchtest, solltest Du lieber auf den Geschlechtsverkehr verzichten.

Fortsetzung auf Seite2, Seite 3, und Seite 4.


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